Frei & bunt
Radio StHörfunk heute
Unser freies Radio sendet seit Sommer 1995. 16 Jahre danach, im Frühjahr 2011, gestalten 47 Redaktionen mit etwa 60 ehrenamtlichen SendungsmacherInnen und 72 Stunden Erstsendezeit das Programm. Die Themen reichen von Gesundheitstipps über Gewerkschaftsangelegenheiten, Personenporträts und dem Frauenblick auf Kultur und Gesellschaft bis zum Programm des türkischen Elternbeirats Crailsheim. Musikalisch spannt sich der Bogen von Punk, Reggae und Rock bis zu Salsa, Volksmusik, Blasmusik, Jazz und Klassik.
Einzelprojekte wie das „Freilichtradio“ oder die von Insassen der Justizvollzugsanstalt gestaltete Sendung „Inside“ – beide gefördert von der Landesanstalt für Kommunikation – lenken Aufmerksamkeit auf den StHörfunk. Ein Nachrichtenmagazin startet im Herbst 2011. Die neue Homepage setzt auf mehr Interaktivität und zeigt sich multimedial. Bei der medienpädagogischen Zusammenarbeit mit Schulen hält das Radio Ausschau nach den RedakteurInnen der Zukunft.
Drei Redaktionen sind seit Beginn dabei: eine davon die Gewerkschaftssendung „Arbeitswelt“. Allen RedakteurInnen gemeinsam ist die Präsentation von Themen und Musik aus subjektiver Sicht. Sie stellen Musik vor, die ihnen gefällt und die sie den ZuhörerInnen vorspielen, um auch sie dafür zu begeistern: darunter Musikrichtungen, die nicht oder nur selten im privatkommerziellen oder öffentlich-rechtlichen Dudelfunk zu hören sind. Früher waren das vor allem Punk und Hip-Hop. Zeitweise (um das Jahr 2000) wurde – als sich die Radioräume noch in der Langen Straße 13 befanden – die Zahl der Hip-Hop-Sendungen begrenzt, um musikalisch nicht zu sehr in eine Richtung zu tendieren.
Woher das Geld kommt
Für die Sendevoraussetzungen sorgt bei Radio StHörfunk ein Förderverein. Zu Beginn nannte er sich noch „Freies Radio Schwäbisch Hall“. Als 2004 die Crailsheimer Frequenz 104,8 MHz hinzukam, wurde die Ortsbezeichnung gestrichen und durch „StHörfunk“ ersetzt. Der Förderverein ist Inhaber der von der Landesanstalt für Kommunikation vergebenen Sendelizenz.
Neben Mitgliedsbeiträgen – außer aktiven Mitgliedern zählen dazu auch zahlreiche Förderer, Gruppen und einige Vereine – wird der Sendebetrieb durch GEZ-Gelder ermöglicht. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg in Stuttgart gibt sie an die freien Radios weiter. Diese Sockelförderung macht etwa 75 Prozent des Gesamtetats aus; rund 15 Prozent tragen die derzeit 150 Vereinsmitglieder bei. Ergänzt wird die Sockelförderung durch Projektförderungen wie etwa für das „Freilichtradio“, das zusammen mit den Freilichtspielen Schwäbisch Hall umgesetzt wurde. Seit 2009 läuft das Projekt „Inside“ mit jungen Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall.
Außerdem reicht die Landesanstalt für Kommunikation Gelder an das Bildungszentrum Bürgermedien in Ludwigshafen weiter. Durch finanzielle Unterstützung von dort kann Radio StHörfunk Einführungs- und Weiterbildungsseminare für SendungsmacherInnen anbieten.
Die freien Radios befinden sich also in starker Abhängigkeit von den durch die Landesanstalt für Kommunikation ausbezahlten GEZ-Geldern. Dagegen können nur weitere Fördermitglieder und Spenden helfen.
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.

